Grundstücke

Nach dem Bewertungsgesetz gibt es sechs verschiedene Grundstücksarten: Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungs- und Teileigentumsgrundstücke, Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Grundstücke und sonstige bebaute Grundstücke. Welche Fläche wie genutzt werden darf, legt der Bebauungsplan fest. Er wird vom Rat der Gemeinde erstellt und hat unterschiedlich lange Gültigkeit. Er kann, sofern noch keine Baugenehmigungen für die Grundstücke erteilt wurden, geändert werden. Durch den Bebauungsplan hat der Gemeinderat einen großen Einfluss auf die städtische Bebauung. Denn neben der grundsätzlichen Festschreibung der Grundstücksart können auch maximale Bauhöhe oder generelles Erscheinungsbild bestimmt werden.

Wer Grundstücke erwerben will, sollte sich deshalb der politischen Rahmenbedingungen im Vorfeld bewusst sein. Auch die Frage ob langfristig Großprojekte geplant sind, muss geklärt werden. Ein geplanter Flughafen kann zu großen Lärmbelästigungen führen, genau wie eine Autobahn oder erhöhter Güterverkehr auf benachbarten Gleisen. Genauso ist die Ansiedlung von Industrie mit schlechten Luftwerten verbunden und im Extremfall sogar gesundheitsschädlich.

Man sollte ebenfalls geologische Faktoren klären. Sind die Grundstücke tendenziell hochwassergefährdet? Ist der Boden belastet? Welchen Untergrund haben die Grundstücke? Welche Infrastruktur ist schon vorhanden und welche wird – evtl. zum Schaden des Grundstücks – noch gebaut?

Im Rheinland und im Ruhrgebiet gibt es viele Gegenden, in denen der Boden durch den Tagebau absackt oder der Grundwasserspiegel enorm ansteigt, weil eine Fabrik das Wasser nicht mehr zur Kühlung einsetzt. Ein erhöhter Grundwasserspiegel sorgt für feuchte oder überflutete Keller, die langfristig der Bausubstanz schaden können.

In manchen Regionen schießen die Grundstückpreise auf Grund der erhöhten Nachfrage in die Höhe. Meistens reagieren die Gemeinden darauf mit dem Ausschreiben neuer Bauflächen. Dieser Prozess kann sich allerdings einige Jahre hinziehen. Wer es mit dem Erwerb eines Grundstücks nicht eilig hat, sollte sich unbedingt informieren, wo noch weitere Bauflächen geplant sind. Diese Information erhält man nicht bei den Behörden sondern nur, indem man sich mit der lokalen Politik in Verbindung setzt. In den Unterlagen der Ratssitzungen kann die Diskussion über mögliche Neuerschließung mitverfolgt werden.

Bevor Grundstücke gekauft werden, sollten also folgende Fragen geklärt werden: Was darf ich darauf bauen? Welche Nachteile hat die Lage? Ist der Preis gerechtfertigt? Welche Alternativen habe ich?

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